Die diesjährige Dreitagefahrt führte an zwei verschiedenen Terminen insgesamt knapp 150 Landfrauen in den schönen Schwarzwald. Hier nun ein kurzer Reisebericht von Tour Nummer zwei.

Bus eins startete in Eynatten pünktlich um halb sechs Uhr morgens und setzte ab St. Vith zusammen mit dem zweiten Bus die Fahrt fort. Nach einem gemeinsamen Frühstück in Ramstein ging es weiter nach Bad Dürkheim

Dort erwarteten uns bereits vier Fremdenführer, um uns das Gradierwerk, einen Teil der Kuranlage der pfälzischen Stadt, näher zu erläutern. In dieser rundum begehbaren Holzkonstruktion, mit einer imposanten Länge von 333 m und einer Gesamthöhe von 18 m, sind 250.000 Reisigbündel aufgeschichtet, an denen das Solewasser einer Heilquelle herab rieselt und so an heißen Tagen bis zu 25 Kubikmeter verdunsten. 1847 errichtet, wurde die Saline im Krieg schwer beschädigt und 2007 niedergebrannt. Ein halbes Jahr später begann der Wiederaufbau, der im Oktober 2010 fertig gestellt wurde. Nach der anschließenden Begehung des Kurparks kehrten wir zum Mittagessen ins Dürkheimer Riesenfass ein, das ein Restaurant beherbergt. Es wurde 1937 von einem Weingutbesitzer in traditioneller Weise gebaut und könnte 1,7 Millionen Liter Wein aufnehmen.

Am frühen Abend erreichten wir dann unser zentral gelegenes Hotel in Freiburg im Breisgau

Wir konnten vor dem Abendessen schon einen ersten Eindruck von der südlichsten Großstadt Deutschlands gewinnen. Am nächsten Morgen wurden wir nach einem üppigen Frühstück zur Historix-Führung von professionellen Schauspielern in Empfang genommen und erlebten in zwei Gruppen das Freiburg des 18. Jahrhunderts. Uns führte das „Neunfingerle“ Michael Dietrich, das schon früh mit dem Gesetz in Konflikt kam und öfter im Gefängnis gesessen hat. Er erzählte uns von seinen Schandtaten und wusste viele gruselige und blutrünstige Geschichten über Bürger, Politiker und sogar Geistliche zu erzählen. Alle Anekdoten hatten einen historischen Hintergrund oder basierten auf Legenden oder Sagen, die mit der nötigen Portion schwarzem Humor geschmückt wurden. Nachmittags ging es dann mit der längsten Gondelbahn der Welt auf den Schauinsland, den 1.284 m ü. M. hohen Hausberg Freiburgs. 37 schaffnerlose Kabinen überwinden an einer Zweiseilumlaufbahn die 3.565 m bis zur Bergstation in etwa 20 Minuten. Zeit genug, das Glas Prosecco und das Stück Schwarzwälderkirschtorte, die uns zu unserer Überraschung erwarteten, genüsslich zu verzehren und dabei den Blick auf die Weinhänge und bei klarem Wetter sogar bis in die Vogesen zu genießen. Von der Bergstation führte ein Weg zum 1980 errichteten Aussichtsturm, der uns weitere 31 Höhenmeter und eine Aussicht bis an die Alpenkette bescherte. Erst auf dem Rückweg zum Hotel erfuhren wir, dass anlässlich der ersten Tour tatsächlich drei Gondeln zwanzig Minuten im Berg gehangen haben.

Schnell war der letzte Morgen da und wir starteten nach Hauenstein, um dort das weltweit größte Schuhmuseum zu besichtigen

Zehn Jahre nach dem 100-jährigen Jubiläum der dortigen Schuhindustrie wurde das Museum 1996 eröffnet, was zu einem Aufschwung dieser klassischen Schuhregion beitrug. In einer lebendigen Zeitreise, auf die uns eine kundige Mitarbeiterin des Museums mitnahm, erfuhren wir viel über Handarbeit, frühindustrielle Manufaktur, moderne Entwicklung, Historie und Sozialgeschichte sowie über die Herkunft der Exponate. Diese entstammen teilweise großen Privatsammlungen von Schuhen aus aller Herren Länder. Darunter waren mittelalterliche Sammlungen, Schuhe prominenter Sportler und Politiker, sowie das mit einer Größe von 247 größte Paar Schuhe der Welt, aber auch nostalgische Maschinen aus Fabriken früherer Jahrhunderte. Im ortsansässigen Restaurant erwartete uns ein stärkendes Mittagessen, bevor wir dann noch einen kurzen Abstecher ins Outlet machten. Für manch eine unter uns reichte das aus, um ein Paar neue Schuhe ihr eigen nennen zu können. So langsam ging es aufs Ende der Fahrt zu; nur noch ein abendlicher Imbiss in Manderfeld stand auf dem Programm. Wir hatten gerade noch genug Zeit, um uns mit einem Abschiedsgeschenk bei den Organisatorinnen Renate und Vroni für ihre Mühen zu bedanken.

Wir alle haben die Fahrt wirklich sehr genossen, selbst das Wetter hat sich vonseiner besten Seite gezeigt. An dieser Stelle müssten wir uns schon bald bei der ersten Reisegruppe entschuldigen, aber: „Ob's schön wird oder regnet, hängt einzig und allein vom Wetter ab …“

Apropos schlauer Spruch: Folgender hing auf Leinen gestickt in einem Schrank im Schuhmuseum, und den möchte ich euch nicht vorenthalten:

„Der Frauen edelster Beruf,

zu dem sie Gott der Herr erschuf,

ist in dem Hause still zu walten

und Fleiß und Ordnung zu erhalten.“

In dem Sinne wird's also nichts mit der Dreitagefahrt 2014!? Oder??

Michaele Conrads, Hauset

Dreitagefahrt in den Schwarzwald 2013