Frauen aus Medell erlebten Aachen einmal gaaanz anders...

Bei Kaiserwetter setzten sich am wärmsten Freitagmorgen des ganzen Jahres etwa zwei Dutzend Frauen in den Bus, um zur Kaiserstadt Aachen zu fahren. Und dass sie dort ganz gewiss keine ausgedehnte Shoppingtour unternehmen sollten, dafür hatte Annette gesorgt: Sie hatte Kultur angesagt und sich wirklich viel Mühe dabei gegeben.

Gegen neun Uhr morgens kämpfte unser Goenen-Bus sich den Lousberg hoch, denn dort wartete schon eine Führerin. Wir erfuhren Wissenswertes, hörten Schauergeschichten über den Teufel und die Marktfrau, konnten unsere Füße im Kneipp-Becken kühlen (gerade bevor Hunde dies auch taten!) blickten hinunter ins Tal der Soers oder in die City und hatten vom Drehturm „Belvedere“ aus einen herrlichen Blick auf die Umgebung, ehe wir uns für die Mittagspause zu Fuß zum Marktplatz begaben.

Um ein Uhr trafen alle sich zu einer Führung im Dom. Ob unser Führer einen Schnellsprechkurs belegt hatte, wissen wir nicht; abends stellten wir jedoch fest, dass er die Domgeschichte richtig gut beherrscht.

Zuerst war aber noch ein kleiner Spaziergang fällig: Nicht weit vom Marschiertor stellte Herr Klein uns seine Printenbäckerei vor und er tat es so gekonnt, dass sich anschließend fast alle im Laden einige echte Spezialitäten kauften. Obschon in der Backstube herrlich kühle Temperaturen herrschten, war nun für die meisten ein kühles Getränk angesagt, ehe wir uns zusammen zum Abendessen in den Garten des Restaurants „Am Knipp“ begaben. Die muntere Gesellschaft konnte aber nicht bleiben; sehr zufrieden über Essen und Service ging es gegen 21 Uhr zu einem echten Highlight: Wir wanderten nämlich „mot dem Lühtemann durch Oche“ und durften ganz nebenbei auch noch die Fußball-WM auf den Bildschirmen vor den voll besetzten Terrassen der Stadt verfolgen.

Den Abschluss des Tages hielten wir in der Gaststätte „Zum Goldenen Einhorn“, dort, wo seit Jahrhunderten die Ratsherren und -frauen nach getaner Arbeit (sprich Sitzung) einkehren. Abends um halb zwölf wartete Udos Bus am Elisenbrunnen und brachte uns schleunigst zurück nach Hause, wo alle - rechtschaffen müde - guten Schlaf fanden und einige tags drauf einen leichten Muskelkater kurieren durften.

Maria Braun