Jahresthema 2015/2016 "Wir tragen Verantwortung"

Bei der Auseinandersetzung mit der Frage, welchen Themenschwerpunkt der LFV in den kommenden zwei Jahren vertiefen möchte, wurde recht schnell deutlich, dass der ganze Bereich der „Verantwortung“ sehr interessant und reich an Möglichkeiten ist.

Wie beim Thema der beiden letzten Jahre („Entdecke dein Talent“), ist auch das Thema „Wir tragen Verantwortung“ sehr breit angelegt. Das „Wir“ in unserem Leitgedanken steht symbolisch für den Landfrauenverband als Gebilde, als Organisation oder Institution und für diejenigen, die sich in der Generalversammlung, im Verwaltungsrat, in der Verbandsrunde und in der Leitung der Dekanatsrunden für den Auf- und Ausbau unserer Erwachsenenbildungsorganisation einsetzen.

„Wir“ meint aber auch ganz explizit die Kerngruppenmitglieder, die Frauen, die sich in den 52 lokalen Gruppen darum bemühen, die Werte des LFV zu vermitteln, interessante Vorträge zu organisieren oder Begegnung zu ermöglichen.

„Wir“ spricht darüber hinaus uns alle an, egal ob Mann oder Frau, Greis oder Kind, berufstätig oder pensioniert, Einheimischer oder Zugewanderter ... „Wir tragen Verantwortung“ bindet jeden und jede mit ein!

Beschäftigen wir uns zunächst mit dem Begriff „Verantwortung“.

  • Verantwortung kann durch gesellschaftliche Forderungen wie Gesetze, religiöse Gebote oder moralische Normen auferlegt sein.
  • Verantwortung kann aber auch freiwillig übernommen werden, indem jemand eine Aufgabe annimmt, z.B. ehrenamtlich tätig wird.
  • Verantwortung freiwilliger Natur entsteht auch durch die Einhaltung von Versprechen, seien diese mündlich gegeben oder durch einen Vertrag oder durch Bürgschaften schriftlich festgehalten.
  • Ein Gefühl für Verantwortung wird Kindern durch die Erziehung vermittelt; es gibt jede Menge Formen von Verantwortungen, die im Inneren eines Menschen entstehen, die ihm durch sein Gewissen als Instanz der Rechtfertigung vorgegeben werden. Um dies an einem Beispiel zu verdeutlichen: Es ist nicht strafbar, seinen Müll nicht zu trennen, dennoch haben informierte und umweltbewusste Menschen einen inneren Konflikt dabei, wiederverwertbare Rohstoffe mit Restmüll zu vermischen.
  • „Verantwortung“ setzt gewisse Fähigkeiten oder Kompetenzen voraus. Ein Kleinkind kann noch keine Verantwortung übernehmen, bei gesunden Erwachsenen sollte das anders aussehen. Erlernen, Weiterentwicklung und Ausbau von Kompetenzen bilden die Basis zur Übernahme von Verantwortung.

Im Kontext der Landfrauenbewegung bedeutet „Wir tragen Verantwortung“ eine eindeutige Übernahme von Eigen- oder Selbstverantwortung. Jedes Mitglied soll in den nächsten beiden Jahren darauf hingewiesen werden, wie eine gelungene Eigenverantwortung konkret aussieht, beispielsweise in den Bereichen Gesundheit und Wohlbefinden. Verantwortung für sein Leben zu übernehmen, bedeutet, dass wir aufhören, anderen, den Umständen oder unserer Vergangenheit die Schuld für unsere Probleme zu geben. Es bedeutet, dass wir nicht unserem Partner, den Kindern, den Nachbarn, unserem Chef oder unseren Kollegen die Schuld geben, wenn wir gereizt, nervös oder unglücklich sind. Solange wir andere für unsere Probleme verantwortlich machen, sehen wir auch keine Möglichkeit, etwas dazu beizutragen, dass sich unsere Lage ändert. Dieser Themenbereich wird auch bei den Angeboten zum Thema „Kommunikation“ aufgegriffen.

Viele Menschen trauen sich aufgrund von Unsicherheiten, Ängsten und Hemmungen nicht, ihre Wünsche und Bedürfnisse anderen mitzuteilen, geschweige denn, diese durchzusetzen. Davon handeln auch gewisse Vortragsangebote.

Verantwortung zu übernehmen, bedeutet auch, Entscheidungen zu treffen und bereit zu sein, die Konsequenzen, die sich daraus ergeben, zu tragen.

Wir sind beim Landfrauenverband mit 350 Kerngruppenmitgliedern und der Stundenblume mit 150 Freiwilligen (noch) in der glücklichen Lage, stets auf Menschen zu treffen, denen der Gedanke an Verantwortung keine Angst macht. In dem Wort „Verantwortung“ ist nicht nur zufällig der Begriff „Wort“ und „Antwort“ enthalten. Wo kann man mich beim Wort nehmen? Welche Antwort gebe ich auf die wichtigen Fragen des Lebens?

Wie Sie sehen, liebe Leserinnen und Leser, bietet das neue Jahresthema jede Menge Potenzial für interessante und anregende Vorträge, Aktionen und Initiativen. Wir begleiten Sie gerne dabei!

Gisela Cloot